Hitwerkstatt

Im letzten Quartal 2014 steht soviel an im Hause Rauchstein, dass sich Lukas entschlossen hat, eine Art Tagebuch zu führen. Versprochen hat er eine Mischung aus Reisenotizen, Erlebnisberichten, Hotelbewertungen, Speisekarten, guten Gedanken und bunten Bildern. Wir sind gespannt!

01. Oktober 2014 – MAXIMAL NOCH ‚N BISSCHEN FRANK SCHÖBEL 

Frühstück für Körper und Geist

Frühstück für Körper und Geist

06:43 Uhr Na denn guten Morgen. Die traditionsreiche Fahrt im Früh-IC nach Schwerin hat mich heute bereits zu biblischer Stunde triumphieren lassen: Wieder zwei ahnungslose bahn.comfort-Schnorrer vom Vierer mit Tisch verscheucht. Mitleid ist überflüssig, immerhin hatten die ’ne Kreuzfahrt und ich nicht. 

Weiter geht es von Schwerin nach Parchim wie schon hundertmal vorher mit der berühmten Stunde Aufenthalt am Pfaffenteich.

Finde den Pfaffenteich!

Aber zum ersten Mal ist kein Auftritt bei meinen lieben Freunden vom Irish Pub der Anlass meiner Stippvisite und auch die Bockwurst-am-Platz lockt mich nicht unbedingt in die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft – nein, diesmal geht’s zum Arbeitsamt!

 

 

Ich habe ja seit Juli die große Ehre, mit Christoph Martin Schmidt JobAct to Connect in Rostock inszenieren zu dürfen, was im Auftrag des Jobcenters von der Projektfabrik gGmbH durchgeführt wird. Ziel ist es, mit Langzeitarbeitslosen jeden Alters ein Theaterstück zu erarbeiten, das im Dezember zur mehrmaligen Aufführung kommen soll. Im Anschluss an die Premiere gehen die Teilnehmer in ein berufsvorbereitendes Praktikum. Diese tolle Idee soll heute den Mitarbeitern vom Jobcenter Parchim bekannt gemacht werden, auf dass auch in Mecklenburgs zweitschönster Stadt demnächst die „Zukunft eine Bühne“ hat. Prima!

11:30 Uhr Die Vorstellung ist vorbei, die übrigen zwei Stunden Aufenthalt gilt es natürlich, angemessen zu nutzen – also auf in den Stadtkrug, Parchims bestem Haus am Platze. Seit 2010 habe ich ungefähr zwanzig Mal hier gespielt und jedes Mal im Stadtkrug genächtigt, einem kleinen familiengeführten Hotel. Damals wurde man immer noch von der alten Frau Wartenberg begrüßt, die sich mit ihrer Herzlichkeit auf jeden Fall bei mir ein kleines Denkmal gesetzt hat. Als Musiker bekam ich immer Zimmer 110, weil das am dichtesten zum Flurkühlschrank mit Lübzer Export und Kasse des Vertrauens liegt. Mittlerweile wurde das Haus von Tochter Wartenberg übernommen und hat leider sehr viel von seinem Charme eingebüßt – aber für ein Schweineschnitzel XXL mit Mischgemüse und Hollandaise (anstelle Salat) und Bratkartoffeln reicht meine Leidenschaft noch! Schließlich gilt ja der Spruch einer weisen Popstarhoffnung: Essen muss der Mensch, sonst stirbt er. Und das habe ich heut noch nicht vor, bei all den vielen tollen Projekten, die noch anstehen, jawoll!

Gastlichkeit und Wachstischdecken im Restaurant Stadtkrug.

Gastlichkeit und Wachstischdecken im Restaurant Stadtkrug.

12:00 Uhr Anruf Uwe aus Templin. Es geht um meinen Auftritt nächste Woche dort im MKC. Ich freue mich tatsächlich darauf, das Konzept klingt spannend und mein Manager André kam damit schon vor einem Jahr ums Eck. Uwe fragt mich, auf welchem Instrument ich spiele. Ich sage „Na, auf eurem Klavier.“ „Oh, das ist schlecht –

Es gibt zwar eins

Aber das ist meins

Darauf spiel ich

Die andern nich

Wir sitzen im Kreis

Wie man weiß

Und Platztauschen is Scheiß“ (Zitat vom Verfasser leicht poetisiert.) Irgendwie habe ich keine Lust, darüber zu diskutieren, ob ich sieben Tage lang in vollgestopften ICE’s von der Hauptstadt, durch’s Ruhrgebiet und wieder zurück mir auch noch ein Klavier untern Arm klemmen könnte und stelle mich quer, man möge mir ein Instrument vor Ort organisieren. Na dit kann ja wat werden, wa! Lass das mal den André machen. Das Gespräch gerät ins Stocken. Uwe zaghaft: „Und zum Schluss spielen alle einen gemeinsamen Song. Diesmal (unverständlich) von U2. Kennste?“ „Nee, Uwe. Ich kenn das alles nicht. Immer wenn mich wer fragt, ob ich was kenn, sag ich: Alles von Lindenberg & Westernhagen, sonst nichts. Maximal noch ein bisschen Frank Schöbel.“ Versöhnliches Lachen am Ende der Leitung.

Hitwerkstatt #10/2013 – PARZIVALPARK – DAS PRODUKTIONSTAGEBUCH

Was lange währt wird gut: All denjenigen, die es im Oktober nicht nach Hamburg zu einer der Vorstellungen der aktuellen Ender/Kolosko & Rauchstein – Produktion „Parzivalpark“ auf Kampnagel schafften und auch allen begeisterten Fans der Show gewähren wir an dieser Stelle einen Einblick in die Entstehungsgeschichte und Impressionen vom Backstage- und Probebühnenalltag. Wir danken Katharina Lifson für die tollen Aufnahmen und den unermüdlichen Einsatz für diese Dokumentation!

Hitwerkstatt #09/2013 – DE SULTAN HÄT DOOSCH

Herr Rauchstein schwadroniert ein bisschen über Die Höhner auf der Probebühne Kx auf Kampnagel, während der Probenphase zum Parzivalpark.

Hitwerkstatt #08/2013 – NEUE SONGS ALS DEMOVERSIONEN AUF SOUNDCLOUD

Endlich fand sich im Terminkalender von Lukas Zeit und in der Seele Muße, wieder eigene neue Songs zu schreiben. Gleich zwei hitverdächtige Ohrwürmer und Herzwärmer sind entstanden, auf Soundcloud zu hören: Wir meinen Anlage hochdrehen und auf die Gasse mit den Hauern!

Hitwerkstatt #07/2013 – IM HAUS DER KUNSTSTIFTUNG BADEN-WÜRTTEMBERG

Am 11. Juni traten Ender/Kolosko/Rauchstein in Stuttgart im Haus der Kunststiftung Baden-Württemberg auf. Sie präsentierten einen Ein- und Ausblick in ihre Arbeit. Es wurden Teile aus der „Hamletanstalt“, aber auch aus den Ulmer Reihen „Tulmult“ und „Gemeingut“ rezitiert. Außerdem trugen die drei Künstler auch Textfragmente des neuen Projektes „Parzival-Park“ vor, das im Oktober auf Kampnagel Premiere feiert.

Hitwerkstatt #06/2013 – TULMULT und GEMEINGUT

Im Juni arbeiteten Ender/Kolosko/Rauchstein am Theater Ulm für zwei Veranstaltungsreihen. Im „Tulmult“ wurde mit Kindern von vier bis zwölf Jahren auf der Wilhelmsburg eine „Stadt für Geschichten“ aufgebaut. Die Kinder bauten sich ihre Häuser, bezogen sie spielend und belebten sie singend. Lukas komponierte hierfür die Songs zu den einzelnen Häusern und studierte die „Prozession durch die Stadt“ musikalisch ein. Ein Titelsong und ein „Märchenpräludium“ wurden ebenso in kurzer Zeit erarbeitet und den begeisterten Eltern vorgetragen:

Für das Gemeingut – Festival kam das Theater Ulm zu Besuch in verschiedene Einrichtungen. In den Wieland-Werken (einem sehr großen Kupferkonzern) am Stadtrand enterten die Auszubildenden ihre eigene Werkstatt und spielten am Schraubtisch „Zwei gesunde Arme müssen doch Sinn machen!“. In der Universität besang man vor, während und nach den Lernpausen die „Medizinische Sektion“ und mit Bewohnern der Ulmer Lebenshilfe wurde – da man auf dem Marktplatz nicht reserviert hatte – der geplante Tatort-Dreh kurzerhand in den Innenhof des Polizeipräsidiums verlegt. Im Theater selbst gab es am Ende der Woche eine Abschlussveranstaltung mit Kartoffelsalat und den gedrehten Filmen, da herrschte aber wieder normaler Theaterzustand: Kleine Bühne und fast kein Publikum,

Hitwerkstatt #05/2013 – HAMLETANSTALT – EIN LUXUSORATORIUM

Zusammen mit der Autorin Nina Ender und Schlingensief-Schauspieler Stefan Kolosko produzierte Rauchstein im Mai auf Kampnagel Hamburg die „Hamletanstalt“. Anlässlich des Festivals „Old School – Von Alten lernen“ war der Themenschwerpunkt Demenz. Mit etwa 40 Mitwirkenden wurde u.a. ein Alzheimer-Aufklärungs- Musical einstudiert, das in der Stadtinstallation vorgetragen wurde. Rauchstein komponierte hierfür insgesamt 18 Songs zu Texten von Nina Ender und studierte sie mit dem Ensemble ein, an den Vorstellungsabenden übernahm er die musikalische Leitung. Hier haben wir eine Dokumentation über die Probenarbeit von Feuerlöscher- TV:

Und hier ein musikalischer Ausschnitt aus der Vorstellung:

Weitere Informationen zur Hamletanstalt unter http://hamletanstalt.blogspot.de/

Hitwerkstatt #04/2013 – DER GOLDENE FÜLLER – DAS PRODUKTIONSTAGEBUCH

Am 12.04.2013 erscheint endlich die langersehnte neue Single „Der goldene Füller“ auf Itunes, Amazon und Musicload. Ein gutes halbes Jahr Arbeit steckt in dem Werk und diese Dokumentation zeigt, wie es im Studio bei den Aufnahmen zuging. Viel Spaß!

Hitwerkstatt #03/2013 – SESSION IN BERLIN MIT GEIGERZÄHLER

Am 29.01.2013 trat Lukas Rauchstein in Berlin-Friedrichshain im Radio Studioansage zur II. Langen Nacht der Literaten & Liedermacher auf. Nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung stand noch ein Rest Sendezeit zur Verfügung und Herr Rauchstein war ausnahmsweise bereit, eine kleine Session zu spielen, zu später Stunde und voll improvisiert. Umso schöner wurde es, als der großartige Geigerzähler aus Berlin sich im zweiten Song dazugesellte und die Lieder um eine grandios (weil gekonnt) kratzige Klangfarbe bereicherte – Testurteil: sehr gut. Das kurze Set endete mit einem Song, bei dem Lukas sein Improvisationsvermögen unter Beweis stellen durfte.

Titelliste:

1. Viel zu lang (Es lebe die Revolution)

2. Altbau 2,5 Zimmer

3. Popmusik

4. Revolutionsmusik


Hitwerkstatt #02/2013 – FREUNDSCHAFTSANFRAGE

„Die letzten Monate standen im Grunde genommen alle im Zeichen der Vorbereitung auf die „Füller“-Produktion – immerhin musste die Band gecastet und der Song als Garagenrock arrangiert werden. Das allein fraß schon sehr viel Zeit, von den vielen Konzerten im November und Dezember einmal ganz abgesehen. Auch die eigentlichen Aufnahmen ziehen sich durch den ganzen Januar und werden wohl auch im Februar noch nicht abgeschlossen sein. Da bleibt mein Kerngeschäft, das Song-Schreiben, auch mal ein bisschen auf der Strecke.“ Nicht dass Lukas Rauchstein kein ausreichend abendfüllendes Repertoire hätte, im Gegenteil: Aber es war doch wieder ein „erhebendes Gefühl“, dass auf die Kreativität Verlass ist: Die guten Ideen kommen immer dann, wenn eigentlich gerade keine Zeit für sie ist. „Es war der 31.12., gegen Mittag und wir warteten auf den Kumpel, der uns mit dem Auto mit zur Party auf’s Land nehmen wollte. Ich klimperte ein bisschen am Piano – und da war sie: Meine langersehnte hochpathetische D-Dur – Balladenmelodie!“ Und obwohl in den nächsten Wochen sowieso schon zu wenig geschlafen wurde, ließ es sich Herr Rauchstein nicht nehmen und begab sich mitten im Aufnahmestress drei Abende in Klausur und am Ende war der Text fertig. Freundschaftsanfrage – wie wir finden, mal wieder jede Zeile poesiealbumkompatibel. Kleine Kostprobe: „Der Traum der Männer / als Kriegsheld beklatscht / erweist sich für Kenner / als total bematscht.“ Und auch auf den Konzerten im Januar wurde der Song stets vom Publikum laut umjubelt und begeistert aufgenommen. Das freut uns natürlich sehr. Hier ein Video vom Radiokonzert im Studio Ansage, Berlin vom 29. Januar 2013:

Hitwerkstatt #01/2013 – DER GOLDENE FÜLLER

Hier das erste Video unserer neuen Kategorie: Lukas Rauchstein über den aktuellen Song „Der goldene Füller“, vielversprechende Zusammenarbeiten und die schönsten Lieder auf der ganzen Welt:

Mit dem goldenen Füller geschrieben? Von wegen! Stilecht in die Literatenschreibmaschine getippt. Und wann ersonnen? Auch wenn Lukas selbst keine Ahnung mehr hat – der Archivar weiß es noch ganz genau – in Berlin nach dem diesjährigen Westernhagen-Konzert:

Der goldene Füller

In der Hitwerkstatt gewährt euch Lukas einen exklusiven Einblick in seine kreative Arbeit. Hier werden monatlich Textfragmente, Skizzen, bekritzelte Bierdeckel, akademische Aufsätze, Probeaufnahmen und Video-Interviews zum aktuellen kompositorischen und lyrischen Schaffen veröffentlicht. Habt ihr konkrete Fragen zu den Inhalten oder Anmerkungen und Wünsche, so könnt ihr gerne die Onlineredaktion unter hitwerkstatt[at]lukasrauchstein.de kontaktieren. Wir wünschen uns und euch einen regen und geistreichen Austausch!

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